Zur Forderung der IHK nach einem Kreisentwicklungskonzept nimmt die SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Dr. Tanja Machalet, gegenüber der Westerwälder Zeitung Stellung:
Wir begrüßen die Forderung der IHK nach einem Kreisentwicklungskonzept sehr, denn das Positionspapier belegt eindrücklich, dass der Westerwaldkreis trotz aller Stärken auch erhebliche Schwächen in seiner Außendarstellung aufweist.
Verwundert sind wir allerdings, dass die IHK dies so vehement einfordern muss. Man fragt sich schon, warum sich die - seit Jahrzehnten - CDU-geführte Kreisspitze das erst so deutlich ins Stammbuch schreiben lassen muss, hat sie doch bisher immer für sich reklamiert, im Westerwald sei alles in Ordnung. Auch die hektische Ankündigung der CDU-Fraktion in der letzten Kreistagssitzung, man werde einen Antrag dazu in den nächsten Kreisausschuss einbringen, erscheint als Ausdruck dafür, dass es ihnen peinlich ist und man schnell vor der Kommunalwahl noch reagieren will.
Unserer Auffassung nach brauchen wir vor allem ein Konzept, das Vorschläge macht, wie wir im Westerwald Fachkräfte für die Zukunft gewinnen wollen. Was können wir tun, um junge Menschen hier zu halten?
Was können wir tun, um Westerwälderinnen und Westerwälder in den Kreis zurückzuholen, die ihre berufliche Perspektive bisher woanders sahen?
Was müssen wir tun, um das wirtschaftliche Umfeld, aber auch den Lebensraum Westerwald auf Dauer attraktiv zu machen? Diese Fragen werden auch im IHK-Positionspapier aufgeworfen.
Bei der Erstellung eines Kreisentwicklungskonzepts müssen möglichst viele Akteure eingebunden werden. Es darf kein Hinterzimmerpapier werden, sondern muss in einem offenen, transparenten Verfahren erstellt werden. Nur ein offen angelegter Prozess stellt sicher, dass die daraus resultierenden Ideen und praktischen Ansätze auch breit von den Westerwälderinnen und Westerwäldern getragen werden.